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Karin Boyd

Karin Boyd
Die gebürtige Berlinerin deutsch-amerikanischer Herkunft hat sich sowohl
als Schauspielerin wie auch als Theaterregisseurin einen Namen
gemacht. Parallel zu ihrer Schauspielausbildung an der Staatlichen
Schauspielschule in Rostock absolvierte sie eine Gesangsausbildung im
Fachbereich Chanson an der Musikschule Friedrichshain in Berlin. Ihr erstes
Engagement band sie für zehn Jahre an das Berliner Maxim-Gorki-
Theater, wo sie in vielen zeitgenössischen Stücken spielte. Auch die
ostdeutsche DEFA und das Fernsehen der DDR entdeckten sie bald und
boten ihr attraktive Rollen in Film und Fernsehen an. Ihren internationalen
Durchbruch hatte sie 1981 in der Rolle der Tänzerin Juliette Martens
in István Szabós OSCAR-prämiertem Film „Mephisto“ an der Seite von
Klaus Maria Brandauer. Die zweifach (Auslands-)OSCAR-nominierte Regisseurin
Caroline Link („Jenseits der Stille“, „Nirgendwo in Afrika“) engagierte
Karin Boyd 2007 für ihre – für den Deutschen Filmpreis als
Bester Spielfilm nominierte – Romanverfilmung „Im Winter ein Jahr“.
Sowohl in klassischen wie auch in modernen Stücken konnte Karin Boyd
ihr Talent, nuancenreiche Charaktere zu gestalten, unter Beweis stellen.
So spielte sie u. a. die Olivia in Shakespeares „Was ihr wollt“ und die
Buhlschaft im „Jedermann“ in Schwäbisch Hall (Regie: Achim Plato).
1990 stand sie bei den Burgfestspielen Jagsthausen als Adelheid in Goethes
„Götz von Berlichingen“ mit Burgschauspieler Frank Hoffmann in
der Titelrolle (Regie: Rüdiger Bahr) auf der Bühne. Am Schauspiel Frankfurt
war sie 1992 in „Dekadenz“ von Steven Berkoff (Regie: Kazuko Watanabe)
zu sehen. In München spielte sie am Prinzregententheater 1994
in „Anatomie Titus Fall of Rome Ein Shakespearekommentar“ von Heiner
Müller (Regie: Tilman Knabe), am Bayerischen Staatsschauspiel 2001
„Der Tag Raum“ von Don DeLillo (Regie: Dieter Dorn) und 2003/04 „Für eine
bessere Welt“ von Roland Schimmelpfennig (Regie: Florian Boesch).
Das Publikum der Schauspielbühnen Stuttgart konnte sie immer wieder
in zentralen Rollen erleben, u. a. als temperamentvolle Beatrice in Shakespeares
„Viel Lärm um nichts“ (Regie: Klaus Engeroff), in der weiblichen
Hauptrolle der Gattenmörderin Anastasia in Dürrenmatts Komödie „Die
Ehe des Herrn Mississippi“ (Regie: Dieter Kehler), in „Antigone in New
York“ des polnischen Autors Janusz Glowacki (Regie: Lis Verhoeven),
als verführerische Malerin Mme Therbouche in Eric-Emmanuel Schmitts
„Der Freigeist“ (Regie: Paul Bäcker) und zuletzt 2010 als Partnerin von
Renan Demirkan und Wolfgang Seidenberg in John Patrick Shanleys vielfach
preisgekröntem Broadway-Hit „Zweifel“ (Regie: Harald Demmer).
Diese Produktion wurde anschließend drei Spielzeiten lang in Deutschland,
Österreich und in der Schweiz auf Tournee gespielt (Tourneeleitung:
Konzertdirektion Landgraf).
Ihre vielseitige Begabung konnte sie auch in Musical-Parts zeigen, z. B.
1992 in der Doppelrolle der Dulcinea/Aldonza in „Der Mann von La
Mancha“ in Kaiserslautern (Regie: Pavel Fieber).
Während sie mit Helmut Zierl erstmals in „Die Wahrheit“ auf der Bühne
steht, hat sie mit Regisseur Peter Lotschak schon zusammengearbeitet.
1993 erhielt Karin Boyd für ihre Darstellung der Frau von Zypressenburg
in Nestroys „Der Talisman“ und der Zerbinette in Molières „Die Streiche
des Scapin“ – jeweils Regie: Peter Lotschak – den Hersfeld Preis.
Karin Boyd interpretiert nicht nur als Schauspielerin unterschiedlichste
Rollen, sondern führt auch bei ganz gegensäztlichen Stücken Regie:
z. B. bei „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ und „Die Zoogeschichte“
von Edward Albee, bei „Johnny Belinda“ von Elmar Harris oder bei dem
Thriller „Laura“ von Vera Casparie. Ihre Inszenierung der Komödie „Hotel
Mimosa“ von Pierre Chesnot an der Münchner Komödie Max 2 wurde
sowohl mit dem AZ-Stern als auch mit der TZ-Rose ausgezeichnet, die
jeweils für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet verliehen
werden. In der Spielzeit 2015/16 inszenierte sie für das Tournee-Theater
Thespiskarren die romantische Komödie „Das Lächeln der Frauen“ nach
dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Nicolas Barreau mit Julia Stinshoff
und Hubertus Grimm.
Karin Boyd ist auch aus zahlreichen TV-Produktionen bekannt, u. a. aus
„Ein Fall für zwei“, „Polizeiruf 110“, „Alarm für Cobra 11“, aus einer
„Traumschiff“-Episode oder aus der RTL-Krimiserie „Die Sitte“ (2001-
2005), die 2003 für den GRIMME-Preis (Serie/Mehrteiler) nominiert war.
Erhalten hat Karin Boyd den renommierten GRIMME-Preis mit der 1995
ausgezeichneten Serie „Nur eine kleine Affäre“. Einem breiten Publikum
wird sie aber vor allem aus Dieter Wedels dreiteiligem TV-Spiel „Wilder
Westen inclusive“ (1988) in Erinnerung sein. Hauptdarsteller in diesem
Straßenfeger war Peter Striebeck, der ab 4.11.2016 in Florian Zellers berührendem
wie humorvollem Stück „Vater“, das im selben Jahr wie die
„Die Wahrheit“ uraufgeführt wurde, im Alten Schauspielhaus Stuttgart
zu sehen sein wird.

Link zum Ticket-Onlineshop der Schauspielbühnen in Stuttgart

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