Nur mit Unterstützung bedeutender politischer Persönlichkeiten konnte der Stuttgarter Dr. Fritz Bauer, ein engagierter Sozialdemokrat, im Nachkriegsdeutschland die Berufung zum Hessischen Generalstaatsanwalt erhalten. Wäre es nach dem Willen von Bundeskanzler Konrad Adenauer gegangen, wäre Bauer in Bedeutungslosigkeit versunken. Jetzt, an einflussreicher Position, kann er sich endlich dem Thema zuwenden, das für sein Empfinden für den Aufbau einer jungen Demokratie und deren Rechtssystem in Deutschland unerlässlich ist: die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzudecken und die Schuldigen vor Gericht zu stellen.

Im Rahmen seiner Vorbereitungen der „Auschwitz-Prozesse“ stößt Bauer 1960 auf den Namen „Globke“ und ist wie elektrisiert. Dr. Hans Globke, ehemals maßgeblich an den Nürnberger Gesetzen beteiligt, mittlerweile Staatssekretär und engster Vertrauter Konrad Adenauers, ist für ihn einer der Vertreter, die nie für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen wurden, sondern sich als Opfer des Regimes darzustellen wussten. Nun aber hat er endlich die Möglichkeit, Globke zur Vernehmung vorzuladen und der Wahrheit etwas näher zu kommen...

Gesinnung und Pflichterfüllung versus Gewissen und Verantwortungsgefühl: Die Gründerväter des Grundgesetzes wussten um die gegensätzlichen Kräfte in der jungen deutschen Demokratie. Auf der einen Seite diejenigen, die ein Ende der „Nazi-Riecherei“ forderten, auf der anderen Seite die Vertreter derer, die sich für die Aufklärung der NS-Verbrechen einsetzten. Diese konträren Rechtsauffassungen verkörpern geradezu phänotypisch die Protagonisten des Schauspiels. Anlässlich des 60. Geburtstages des Grundgesetzes beleuchtet der Autor diesen spannenden und spannungsgeladenen Prozess unserer jüngeren deutschen Geschichte.

Pressestimmen:
„Ganz wunderbar gelingt der Inszenierung von Michael Wedekind die Kontrastierung der beiden Figuren, die nicht gegensätzlicher sein könnten. (...) Eine spannende Handlung, die sehr klar und prägnant analysiert, wie Menschen sich zu einem grauenvollen Regime stellen." StZ

„Der packende Höhepunkt seiner Inszenierung gelingt Michael Wedekind, wenn er im zweiten Teil des Abends Fritz Bauer und Hans Globke zum verbalen Showdown aufeinander hetzt." StN

"Hier ist nichts verstaubt, das wirkt anschaulich und lebendig: unverkrampfter Geschichtsunterricht ohne didaktischen Zeigefinger." Eßlinger Ztg.

"Ein packendes Stück Theater... ein sehenswerter Abend." Ludwigsb. Kreisztg.

  1. Juni bis 24. Juli 2010
Besetzung