Eine typische Mietskaserne in Berlin. Im Dachgeschoss des Hauses hat der stellungslose Theaterdirektor Hassenreuter seinen Fundus untergebracht, hier trifft er seine Amouren und erteilt privaten Schauspielunterricht. Hier lebt aber auch Henriette John mit ihrem Mann, dem Maurerpolier Paul. Seit ihr Söhnchen gestorben ist, wünschen sich die beiden verzweifelt Nachwuchs. Daher überredet Frau John das schwangere polnische Dienstmädchen Pauline Piperkarcka, ihr deren ungewolltes, uneheliches Kind, das sie heimlich auf dem rattenverseuchten Dachboden zur Welt gebracht hat, zu überlassen – und sie gibt den Jungen als ihr eigenes Baby aus.
Doch bald bereut die Piperkarcka den Handel und will das Kind zurückhaben, ja sie schaltet sogar die Behörden ein – und treibt Frau John damit in die Enge. Um „ihr“ Kind zu retten, verstrickt sich diese in ein gewagtes Betrugsmanöver und bittet in ihrer Verzweiflung ihren kriminellen Bruder Bruno um Hilfe, was rasch zur Katastrophe führt ...

„Die Ratten“, Hauptmanns 1911 uraufgeführte „Berliner Tragikomödie“, ist das erfolgreichste und überzeugendste Stück des Dramatikers.
Es zeigt die Verkommenheit der Verhältnisse innerhalb einer maroden, nur nach außen hin noch intakten Gesellschaft – symbolisch hierfür stehen die Ratten –, und stellt gleichzeitig die noch immer aktuelle Frage nach der Abhängigkeit des Menschen von seinem sozialen Umfeld und den biologischen Bestimmungen. Bis heute hat das Werk nichts von seiner atmosphärischen Dichte, seiner sozialkritischen Brisanz und seiner Modernität eingebüßt.

Pressestimmen:
"Zu erleben ist im Alten Schauspielhaus eine sehr überzeugende Arbeit von Akteuren und Regie. Jens Woggons Darstellung des unglückseligen Bruders der Frau John geht unter die Haut, und Stefanie Stroebele als Frau John spielt die nicht leichte Rolle bewegend bis zur letzten Minute." StZ

"Ein spannendes Bühnenbild, eine tolle schauspielerische Leistung von Stefanie Stroebele und eine lebhafte Inszenierung... (...) Ein berserkerhafter Kampf gegen die Welt..." Ludwigsb. Kreisztg.

  1. Februar bis 12. März 2011
Besetzung