An einem See in Princeton/New Jersey treffen zwei Männer zufällig aufeinander: der eine ist Albert Einstein, weltberühmter Physiker, Begründer der bahnbrechenden Relativitätstheorie, Nobelpreisträger, Deutscher mit Schweizer Pass und Anwärter auf die US-Staatsbürgerschaft. Und der andere ist ein Vagabund, dessen Leben sich mit dem Tod seines Sohnes im Ersten Weltkrieg völlig verändert hat. Als der Vagabund erkennt, dass wirklich das Genie Einstein vor ihm steht, kann er seine Kritik an ihm nicht verbergen, denn für ihn beleidigt Einstein mit seinen pazifistischen Reden gegen Militär und Krieg alle Patrioten seines Landes, und damit auch seinen Sohn.
Als Einstein diese Vorwürfe zu entkräften weiß und er seine politische Haltung erklärt, ist die Basis für weitere Gespräche der beiden Männer gelegt – wie der FBI-Agent O´Neill mit Genugtuung beobachtet. Denn er ist nicht zufällig am See: sein Auftrag lautet, den Deutschen, in dem die amerikanische Regierung einen Kommunisten wittert, zu observieren. O´Neill erpresst den Vagabunden, Einstein auszuhorchen und zu staatsfeindlichen Äußerungen zu provozieren. Und so trifft er sich immer wieder mit Einstein zu Gesprächen und lernt Einstein kennen, bis dieser sich, ausgelöst durch die weltpolitischen Ereignisse, plötzlich von einer völlig neuen Seite zeigt ...

Selbstverrat und Verrat an der Menschheit? In seinem neuen Stück „Einsteins Verrat“ zeichnet der französische Autor Eric-Emmanuel Schmitt rund 20 Lebensjahre von Albert Einstein bis kurz vor seinem Tod auf und geht der Frage nach, was den Pazifisten Einstein dazu bewogen hat, einen Brief an Präsident Roosevelt zu schreiben und ihn aufzufordern, die Atombombe gegen Nazi-Deutschland zu bauen. Welche Verantwortung trägt Einstein damit als Forscher für diese Entwicklung? Und inwiefern hat er sich durch die Ermöglichung dieses Selbstvernichtungsmittels, das die Grundfesten der Welt erschüttert hat, an der Menschheit schuldig gemacht?

Pressestimmen:
"... es wird schnell klar, dass es an diesem Seeufer in Princeton, USA, um ganz große Themen geht: Um den Zweiten Weltkrieg, um die Atombombe und später um die Wasserstoffbombe. (...) Ernst Wilhelm Lenik spielt diesen Einstein mit viel Gelassenheit (...) und mit viel knitzem Humor. (...) In dem ebenso von Bruckmeier entworfenen zurückhaltenden Einheitsbühnenbild wird ungehemmt ein Feuerwerk an Ideen und Gedanken entzündet." (StN)

"Spannend, unterhaltsam, einfach gut gemacht. (...) Eine Geschichte zwischen Fiktion und Realität und vor allem mit aktuellen Bezügen. (...) Es entsteht ein scharfes, berührendes und gut nachvollziehbares Bild einer Männerfreundschaft, in der auch der große Physiker sein Inneres nach außen kehren kann." Ludwigsb. Kreisztg.

"Der Regisseur Stephan Bruckmeier hat Schmitts versiert konstruiertes Stück schnörkellos und spannend inszeniert. (...) Selten gelingt es einer Inszenierung, Politik und Geschichte so kurzweilig wie hier zu vermitteln und lehrreich zu sein, ganz ohne zu belehren." (StZ)

  1. Mai bis 07. Juni 2014
Besetzung