Melchior und Moritz, beide an der Schwelle zum Erwachsenwerden, sind beste Freunde – obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Melchior ist Klassenbester und überall beliebt – auch bei der hübschen Wendla; Moritz dagegen ist schüchtern und ein schlechter Schüler. Dann sind da noch Martha, die von ihren Eltern geschlagen wird und heimlich für Moritz schwärmt, Hänschen, der Gefühle für einen Mitschüler entdeckt, und schließlich die lebenslustige und hemmungslose Ilse. Alle schlagen sich mit denselben pubertären Problemen herum: Schule, Elternhaus und erste Liebe.
Doch auf einmal werden die Probleme sehr ernst: die unbedarfte Wendla, die von ihrer Mutter nie aufgeklärt wurde, wird von Melchior schwanger. Und Moritz schafft trotz aller Bemühungen die Versetzung nicht – für den Jungen, der in steter Angst vor seinem strengen Vater lebt, eine Katastrophe. Er trifft einen verzweifelten Entschluss ...

„Frühlings Erwachen“, Wedekinds erstes bedeutendes Drama, 1890 von dem damals 26-Jährigen verfasst, konnte wegen der brisanten Thematik erst 1906 uraufgeführt werden. Das „Skandalstück“, das die verlogene, zerstörerische Sexualmoral der wilhelminischen Gesellschaft an den Pranger stellt und als klare Kampfansage an die muffige Spießerwelt der Vätergeneration gesehen werden kann, erregte die Gemüter wie kaum ein anderes Werk der damaligen Zeit.
Die Tabus von damals scheinen heute keine mehr zu sein – doch ist es in unseren Tagen leichter, erwachsen zu werden? Ist der Aufbruch ins Leben heutzutage ein Kinderspiel? Wedekinds Klassiker um die Sehnsüchte, Nöte und Probleme von Jugendlichen auf dem Weg in die Erwachsenenwelt ist so bedrängend und aktuell wie zu seiner Entstehungszeit. Damals wie heute gilt: es ist nicht leicht, erwachsen zu werden.

Pressestimmen:
"Ryan McBryde ist eine zeitlos wirkende Inszenierung gelungen. Das junge Ensemble verbindet Tragik mit Komik, in einer Darstellung, die sehr ehrlich wirkt und vor allem eines ist: eindringlich. Mit modernen Anspielungen katapultieren sie das Stück ins 21. Jahrhundert..." (StN)

"Die zehn überwiegend jungen Schauspieler (...) machen ihre Sache gut. Sie spielen mit viel Emphase, und sie zeigen Temperament. Wenn sie über die Schulbänke klettern, sich zum bedrohlichen Chor formieren, (...) dann entlädt sich eine gewaltige Energie auf der Bühne. (...) Das Premierenpublikum dankt mit langem, begeistertem Applaus." (StZ)

"Die Darsteller sind Mitte 20, und man spürt die Lust am Ausloten der Möglichkeiten auf der Theaterbühne, wenn den fadenscheinigen moralischen und religiösen Wertvorstellungen der damaligen Zeit mit modernem Rap, Popsongs, Tanz- und Trommeleinlagen Paroli geboten wird. (...) Es sind existenzielle Themen, die auf großen Schultafeln als Ankerpunkte stehen: Angst, Tod, Freiheit, aber auch Scham, Fortpflanzung, Träume und Atheismus." (Esslinger Ztg.)

  1. März bis 26. April 2014
Besetzung