Kann Frau noch einen Mann lieben, der verletzt aus einem Krieg zurückkehrt, über kein Geld mehr verfügt und zudem wegen angeblicher Bestechung vor Gericht steht? Für den preußischen Major von Tellheim, der gerade erst den Siebenjährigen Krieg überlebt hat, ist dies keine Frage, sondern die schiere Unmöglichkeit. Doch er hat die Rechnung ohne seine Minna gemacht. Minna von Barnhelm, seine Verlobte, interessiert weder Ehre, noch Ruhm, noch Geld, sondern nur der Mann. Und so macht sie sich kurzentschlossen zusammen mit ihrer Kammerzofe und Freundin Franziska auf den Weg von Thüringen nach Berlin, um Tellheim vom Gegenteil zu überzeugen.

Als Minna den geliebten Mann samt seinem Diener Just endlich in einem Berliner Gasthof auffindet, in dem er den Ausgang seines Gerichtsprozesses erwartet, ist erst einmal guter Rat teuer: denn was tun bei Tellheim, der aus gekränkter Ehre heraus glaubt, jeglichen Lebenssinn verloren zu haben? Welche Taktik hat hier wohl den besten Erfolg?

Liebe versus Ratio: Vor einem real gezeichneten geschichtlichen Hintergrund lässt Lessing seine Figur Minna von Barnhelm ein gewagtes Spiel führen, um ihren Verlobten Tellheim von seinem starren preußischen Ehrbegriff abzubringen und zeigt so in seinem Lustspiel, das zu den wichtigsten Komödien der deutschsprachigen Literatur zählt, den Weg eines preußischen Soldaten von Stolz und Pflichtbesessenheit hin zur Menschlichkeit auf.

Pressestimmen:
"...hinreißender Liebeskampf zwischen Minna und Tellheim... (...) Auch heute noch kann der soziale Status eine kolossale Bedeutung für ehelichte Verbindungen haben, insofern ist Minnas Position für das achtzehnte Jahrhundert bemerkenswert. (...) Höchst amüsant geraten viele Szenen der Inszenierung, die Slapstick liebt." StZ

"... Minna, für 1763 äußerst progressiv und nicht umsonst als erste moderne Frau deutscher Literatur gehandelt... (...) O´Hara hopst nach Bedarf mühelos vom hochstimmigen Naivchen zur bestimmenden Emanze. (...) Lustig ist das Lustspiel, keine Frage. (...) die Inszenierung unterhält , ohne allzu dröhnendes Gedankenbrummen heraufzubeschwören." StN

"Intendant Manfred Langner hat das Lustspiel am Stuttgarter Alten Schauspielhaus frisch und ohne krampfhafte Modernisierungsversuche inszeniert. Dafür gab´s viel Beifall am Premierenabend. (...) eine zeitlos-entspannte Komödie, in der ein für damalige Verhältnisse völlig neues Frauenbild entworfen wird." Esslinger Ztg.

"...herrlich duftige Kostüme, wie an Zuckerwatte erinnernde Perücken und: ein ausgemacht tolles Bühnenbild, wirklich ein Gedicht, das Lessings Minna gerecht wird. Beate Zoff hat hier so lustvoll wie lustspielgerecht ausgestattet." Bietigh. Ztg.

  1. September bis 25. Oktober 2014
Besetzung